Grüner Stammtisch: Bauvorhaben Achelpohl wird überplant!
Sehr gut besucht war der offene Stammtisch der Lienener Grünen am vergangenen Mittwoch. Das starke Interesse lag am Hauptthema des Abends, dem Bauvorhaben Achelpohl.
Nach Information von Ratsmitglied Frank Oppermann über den bisherigen Verfahrensstand staunten die Teilnehmenden nicht schlecht, als sie erfuhren, was sich aktuell tut:
Der vom Rat mit knapper Mehrheit verabschiedete Bebauungsplanentwurf wird vorerst auf Eis gelegt, das formelle Beteiligungsverfahren für Bürgerinnen und Bürger erst mal nicht gestartet. Stattdessen wird der Investor nun in Abstimmung mit der Wohnbauförderung und der Denkmalbehörde des Kreises seine Planungen überarbeiten und dann erneut in Ausschuss und Rat einbringen.
Ausschlaggebend für diese Entwicklung war, dass es den Grünen gelungen ist, Investoren und Planer, Wohnbauförderung und Denkmalbehörde an einen Tisch zu bekommen, so der bisherige Fraktionsvorsitzende, Georg Kubitz. Das hatten Bürgermeister und Verwaltung im bisherigen Verfahren versäumt.
Aufgrund dieser grünen Initiative besteht jetzt die Möglichkeit, dass auf dem Gelände Achelpohl auch Wohnungen mit Sozialbindung entstehen und dass das Bauvorhaben sich in die teils denkmalgeschützte Umgebungsbebauung besser einfügt. Wie weit das wirklich realisiert wird, sei, so die Grünen, noch nicht abzusehen.
Sowohl die Mitglieder der grünen Fraktion als auch die anwesenden Bürger waren sich einig, dass eine Bebauung des Geländes und die Ansiedlung einer Arztpraxis wünschenswert sind. Allerdings gab es erhebliche Bedenken wegen der Größe des ursprünglich geplanten Gebäudes. Sehr besorgt waren insbesondere die Anwohner, aber auch Eltern von schulpflichtigen Kindern, wegen der Verkehrssituation im Amselweg und in Höhe der engen Durchfahrt auf die Friedhofstraße.
Die Verkehrssituation dort sei aufgrund der Enge der Straßen, so eine der anwesenden Anwohnerinnen, im morgendlichen Schüler- und Arbeitsverkehr schon jetzt schlimm, mit zusätzlichem Verkehr der neuen Anwohner und zu den Praxen aber nicht mehr zu verantworten.
Dass die Informationen zur Planung und der nun vorgesehenen Überarbeitung nicht von Bürgermeister und Verwaltung an die Öffentlichkeit gegeben wurden, stieß auf deutliches Unverständnis. Darüber hinaus „sei es eine Frechheit“ – so einer der Anwesenden – bei einem für das Dorf so wichtigen Bauvorhaben das verkürzte Verfahren zu wählen, das die Bürgerbeteiligung deutlich einschränkt.
Auf Nachfragen wiesen die Grünen darauf hin, dass das formale Beteiligungsverfahren für Bürger und Behörden jetzt erst nach der Ratssitzung am 12. März starten könne. Bis dahin hätten die Bürger:innen aber durchaus die Möglichkeit, sich mit ihren Wünschen und Anregungen an die Verwaltung, die Fraktionen oder auch die einzelnen Gemeinderatsmitglieder zu wenden, so Ratsmitglied Heidi Syska.
Abschließend fand der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Wieneke, mit den folgenden Forderungen breite Zustimmung unter den Anwesenden:
- besonderen Wohnbereich mit Satteldächern und kleingliedriger Struktur vorsehen,
- preiswerten Wohnraum mit Wohnbauförderung unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes schaffen,
- Arzt- und Physio-Praxen bei Bedarf auch in der 1. Etage einrichten,
- Friedhofstraße (Schulweg) ausreichend verbreitern.
Man wolle das Bauvorhaben weiterhin konstruktiv, aber kritisch begleiten, um zu einem positiven Ergebnis für das Dorf beizutragen, so das Fazit, das einer der Anwesenden mit Dank an die Ausrichter des Abends zog.
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