Die Verkehrssicherheit in Lienen und Kattenvenne stand im Mittelpunkt eines Besuches des grünen Landtagsabgeordneten Norwich Rüße. Bei einem Vor-Ort-Termin konnten die Grünen aus Lienen und Kattenvenne zwar von Erfolgen bei Tempo 30 Anordnungen in Kattenvenne berichten, wiesen aber jeweils vor Ort auf weiterhin großen Handlungsbedarf bei Radwegen an Kreis- und Landesstraßen hin:
Ein Beispiel ist die Querung der Schweger Straße in Kattenvenne auf Höhe des Friedhofs. Dort wird der Radweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite in einem Kurvenbereich schräg weitergeführt. Die Querung ist dadurch unübersichtlich und insbesondere für Radfahrende mit zusätzlichen Risiken verbunden. Statt dessen sollte der kombinierte Fuß-Radweg an der Dorfseite verbreitert und ertüchtigt werden. Die Querung sollte dann an der Gartenstrasse stattfinden. Immerhin hatte der vom Rat vor rund anderthalb Jahren angenommene Antrag der Grünen einer Geschwindigkeits-beschränkung auf Tempo 30 in diesem Bereich endlich Erfolg. Eine entsprechende Verfügung wurde vom Kreis erlassen. Die Beschilderung lässt allerdings noch auf sich warten.
Auch an der L591 zwischen Lienen und Lengerich besteht Handlungsbedarf: Wenige hundert Meter hinter dem Ortsausgang endet der Radweg. Wer mit dem Fahrrad nach Lengerich weiterfahren möchte, muss großenteils die stärker befahrene Landesstraße nutzen. Aus der Gegenrichtung ist zudem nicht erkennbar, dass Rdfahrer kurz vor dem Ortseingang bei Kibben Himmel auf den Radweg geleitet werden. Vor Kurzem kam es dort zu einem tragischen Verkehrsunfall.
Besonders kritisch bewerten die Grünen außerdem den Zustand der B475 zwischen Kattenvenne und der Landesgrenze zu Niedersachsen. Nach ihrer Einschätzung gehört dieser Abschnitt zu den für Radfahrende gefährlichsten Teilstücken der B475 zwischen Rheine und Warendorf.
Hinzu kommt die L835 zwischen Lienen und Kattenvenne. Die Straße ist kurvenreich und verfügt bislang praktisch über keinen Radweg, obwohl sie die wichtigste Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen der Gemeinde Lienen darstellt.
Auch an der K30 aus Niedersachsen gibt es aus Sicht der Grünen eine unbefriedigende Situation: Der Radweg endet an der Kreis- und Landesgrenze. „Wenn der Radweg an der Landesgrenze endet und man anschließend mit einem Schild im ‚fußgänger- und radfahrerfreundlichen Kreis Steinfurt‘ begrüßt wird, dann hätte das selbst den Bürgerinnen und Bürgern von Schilda zur Ehre gereicht“, sagt der Landtagsabgeordnete Norwich Rüße mit einem Augenzwinkern. (Siehe Bild oben).
Die Grünen vor Ort setzen sich bereits seit vielen Jahren für Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit ein. Vor einigen Jahren erarbeiteten sie ein Konzept für ein „SofortRadwegenetz“ und brachten es in den Rat der Gemeinde ein. „Verkehrssicherheit, gute Bedingungen für den Radverkehr und eine sichere Mobilität für alle gehören für uns Grüne zur DNA. Gerade im ländlichen Raum müssen wir dafür sorgen, dass Menschen sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können und die Wahl haben zumindest für kurze Strecken auch das Rad nutzen zu können.“, so Rüße.
Dass sich beharrliches Engagement lohnen kann, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Kattenvenne: Die Münsterstraße wird auf Höhe des Spielplatzes künftig zur Tempo-30-Zone. „Das ist eine gute Nachricht für Kattenvenne. Gerade im Bereich eines Spielplatzes hat die Sicherheit von Kindern und anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern höchste Priorität“, begrüßen die Grünen vor Ort die Entscheidung.
Rüße will die beim Ortstermin gewonnenen Eindrücke und insbesondere die Brennpunkte an den Landesstraßen nun mit nach Düsseldorf nehmen. „Wir haben uns die problematischen Stellen gemeinsam angeschaut. Jetzt nehme ich die Punkte mit in den Landtag und werde sie mit unserem Verkehrsminister und Parteifreund Oliver Krischer besprechen. Gerade bei den Landesstraßen müssen wir prüfen, wo wir konkrete Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit und beim Radverkehr erreichen können“, kündigt Rüße an. Die Grünen aus Lienen und Kattenvenne wollen das Thema weiter begleiten und sich auch künftig für sichere Verkehrswege und eine bessere Radverkehrsinfrastruktur in der Gemeinde einsetzen