Folgende Pressemitteilung ist in leicht veränderter Form und ohne die Fotos und Bilder im Artikel am 11.12.2025 in den WN veröffentlicht worden. Den Artikel finden Sie hier. Die Pressemitteilung bezieht sich auf die nächste Ratssitzung am Donnerstag, dem 18.12.2025 ab 18:00 Uhr im Haus des Gastes.
Chance für bessere Verkehrslösungen und sozialen Wohnraum nutzen.
Für die Weiterentwicklung des Achelpohl-Areals ergibt sich aus Sicht unserer Fraktion eine seltene Möglichkeit: Mit einem kleineren, ortsbildgerechten Neubau könnte nicht nur ein städtebaulich stimmiges Ergebnis erreicht werden – gleichzeitig ließe sich auch preiswerter Wohnraum schaffen, die problematischen Verkehrsverhältnisse an der Friedhofstraße und auf dem Gehweg der Hauptstraße endlich verbessern.
Der aktuell geplante großvolumige Baukörper, der wie ein überdimensionierter Klotz zwischen denkmalgeschützten Gebäuden stehen würde, verbraucht bis zu 95 Prozent der Fläche und lässt keinen Spielraum für etwas Grün, eine Verbreiterung des Gehweges an der Hauptstraße oder die dringend benötigte breitere Erschließung zwischen Achelpohl und Apotheke (Friedhofstraße). Diese Engstelle würde für Jahrzehnte festgeschrieben und eine sichere Führung für Busse, Autos, Fußgänger und Radverkehr verhindern.

Entwurf laut Ratsunterlagen: Ein riesiger Klotz mit winziger Durchfahrt zur Hauptstraße. (Siehe auch Bild oben)
Ein maßvoll reduzierter Bau hingegen würde ermöglichen, den Verkehr an dieser Stelle deutlich zu entzerren und zu einer Beseitigung von Gefahrenstellen führen, die auch als Schulweg genutzt werden.
Gleichzeitig darf der soziale Anspruch des Projekts nicht verloren gehen. Öffentlich wurde ein hoher Anteil an Sozialwohnungen angekündigt. Wohnungen mit Sozialbindung lassen sich nur mit staatlicher Wohnraumförderung finanzieren. Der Investor will jedoch auf diese staatliche Förderung verzichten und das Gebäude frei finanzieren. Dann wird dort mit Sicherheit kein preisgünstiger Wohnraum entstehen. Folgerichtig heißt es in der vom Investor vorgelegten Begründung zum Bebauungsplan „Für die besondere Erhaltung und Entwicklung von Wohnnutzung, besteht an dieser Stelle kein besonderer Anlass mehr.“
Die Chance hier preisgünstigen Wohnraum zu schaffen darf unserer Ansicht nach nicht vertan werden. Stattdessen muss ein verbindlicher Anteil von Wohnungen mit Sozialbindung im Bebauungsplan festgelegt werden.
Durch höhere Wirtschaftlichkeit wäre so ein kompakterer Neubau möglich, der viele Vorteile bietet:
- ein ortsverträgliches Gebäude, das sich besser einfügt, als der geplante Flachdachklotz
- eine Verbreiterung des Bürgersteiges an der Hauptstraße
- eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation an der Friedhofstraße, die Busführung über die Waldorfschule kann dann – außer als Schülerverkehr – entfallen
- und die Sicherung bezahlbaren Wohnraums in Lienen.
Wir sehen darin eine große Chance für den Ortskern und regen an, die Planung in diesem Sinne zu überarbeiten, bevor anderweitig für sehr lange Zeiträume Fakten geschaffen werden.

Busumfahrung wegen zu schmaler Durchfahrt zur Hauptstraße

Eine Gefahrenstelle auf dieser Umfahrung.

Eine weitere von mehreren Gefahrenstellen